Rezension | Der Schwarze Thron - Die Schwestern von Kendare Blake

29. Mai 2017 | | Kommentieren


penhaligon | 2017 | 448 Seiten
Originaltitel: Three Dark Crowns | Reihe: Der schwarze Thron (Band 1)
erhältlich als Paperback | eBook





Meine Meinung

Der schwarze Thron ist mir vor einer Weile in der Verlagsvorschau aufgefallen und schon vor Monaten wollte ich es unbedingt lesen. Der frühe Hype um das Buch hat mich etwas skeptisch gemacht, weil ich mit gehypten Büchern bisher keine guten Erfahrungen gemacht habe.
Anfangs schien es auch so als würde sich das Buch als kleine Enttäuschung entpuppen, aber Der schwarze Thron hat so einige Überraschungen in sich.


Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden mit verschiedenen magischen Talenten geboren — doch nur, wer diese auch beherrscht, kann die anderen Schwestern besiegen und die Herrschaft antreten. Vorher aber müssen sie ein grausames Ritual bestehen. Es ist ein Kampf um Leben und Tod — er beginnt in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages …
(Quelle: penhaligon)

Die in Der schwarze Thron konstruierte Welt ist wirklich toll. Man merkt, dass sich Blake viele Gedanken gemacht hat. Es geht um drei Königinnen, die als Drillinge auf einer Insel geboren wurden. Aber nur eine von ihnen kann wirklich Königin sein und so beginnt nach einem großen Fest das Jahr, in dem sich die Königinnen gegenseitig umbringen können.
Man lernt die drei Königinnen kennen, weil aus allen drei Sichten erzählt wird, und erfährt so mehr über die Welt und die darin lebenden Begabten. Die wichtigsten sind die Giftmischer, Naturbegabten und Elementarwandler. Sie alle leben nach unterschiedlichen Begebenheiten

Es ist interessant, diese Welten zu erforschen. Anfangs ist es mir nur sehr schwer gefallen, mich in dieser Welt zurechtzufinden und ihre Regeln und Riten zu verstehen. In gewisserweise fällt es mir immer noch schwer.
Auch die Königinnen, die ganz unterschiedlich aufwachsen und sich von Grund auf hassen sollen, obwohl sie Schwestern sind, machen es einem nicht unbedingt leichter. Die eine wächst unter grausamen Umständen auf, die nächste wird auf ihrem Weg gelenkt und die letzte hat eine liebevolle Familie um sich.

Dennoch fehlt mir die Tiefe in den Charakteren. Bis auf die beste Freundin einer Königin sind sie meiner Meinung nach nicht ganz stimmig. Man kann sich nicht in sie hineinversetzen, und deshalb kommen viele Gefühle einfach nicht rüber. Nur hin und wieder konnte mich die Geschichte gefühlsmäßig mitreißen.

Ab der Hälfte wird es dann aber immer spannender. Das Beltanefest und damit der Anfang des Tötens rückt näher, Intrigen werden gespinnt, Geheimnisse erfunden und gelüftet. Die Seiten fliegen nur so dahin (besonders an einem sonnigen Tag im Garten) und das Buch hat man schneller zu Ende gelesen, als man sich umschauen kann.
Und damit beginnt dann leider das Warten auf den nächsten Band.


Fazit

Wenig Spannung zu Beginn und seichte Charaktere machen den Einstieg in diese kompliziert gestrickte, einzigartige Welt vielleicht etwas schwer. Aber die Spannung kommt auf, ein paar tiefgründige Charaktere reißen einen mit ihren Gefühlen mit und viele Wendungen und gelüftete Geheimnisse lassen einen beim Lesen gar nicht mehr los.



besonders einzigartig


Rezensionen anderer Blogger


Sonntagsgeplauder #24 | Krebsrot, Entdeckungen und nahender Urlaub




Privates

Die letzte Woche erwähnte Erkältung hat mich zum Glück doch nicht erwischt. Ich spüre zwar immer wieder einen leichten Anflug, bisher wollte sie aber noch nicht ausbrechen. Ich hoffe, das bleibt so, und dass sie mich dann auch nicht in meinem Urlaub heimsucht. Der geht nämlich in zwei Wochen los und ich möchte ihn vollkommen genießen und am Liebsten den ganzen Tag nur am See verbringen. Mal sehen, ob das klappt.
Braun bin ich leider nicht geworden, obwohl ich mir das letzte Woche gewünscht hatte. Nein, die Farbe lässt sich eher als rot bezeichnen. Dabei hatte ich mich extra eingeschmiert! Ich bin motorisch einfach nicht die begabteste und war wohl nicht ordentlich genug.


Buchiges
Beendet | Das Rosie-Projekt - Graeme Simsion
Ich habe innerhalb der letzten Woche per Losverfahren zu einem Buch gegriffen, dass schon fast ein Jahr auf meinem SuB liegt. Da es ein eBook ist, ist es kein Wunder, dass es schnell in Vergessenheit geraten ist.
Jetzt ist es aber endlich zum Zug gekommen und es hat mir gut gefallen. Das Rosie-Projekt ist kein Buch, dass mich vollkommen mitgerissen hat, aber es ist eine schöne Liebesgeschichte mit viel Humor. Ich mag den Sheldon Cooper-ähnlichen Protagonist und auch das Fünkchen Romantik passt gut zur Geschichte.

Begonnen | Der Junge im gestreiften Pyjama - John Boyne
Auch dieses Buch hat das Losverfahren für mich ausgesucht. Der Junge im gestreiften Pyjama liegt sogar schon ein bisschen länger auf meinem SuB, nämlich ungefähr 2 Jahre. Und eigentlich hat es das gar nicht verdient, weil es mir von so vielen unterschiedlichen Ecken empfohlen wurde.
Jetzt lese ich es gerade und bisher ist es toll. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, weil er so angenehm zu lesen ist. Die Thematik hingegen ist natürlich dramatisch, vor allem, weil die Nazi-Zeit aus der Sicht eines neunjährigen beschrieben wird, der zu Beginn nicht versteht, was da so alles vor sich geht. Es ist dramatisch, aber spannend. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


Achtung, Achtung!
Falls ihr auf der Suche nach neuen Büchern seid, möchte ich euch mal den GedankenReich Verlag ans Herz legen. Eine Autorenfreundin wird da nämlich im Sommer veröffentlicht und ich freue mich riesig für sie. Ihr Buch Weltenmalerin macht nicht nur äußerlich was her, sondern klingt auch wirklich spannend.
Momentan laufen die Vorbestellungen und gerade die Vorbestellungen für das Hardcover sind extrem wichtig. Denn nur mit genügend Hardcover-Vorbestellungen wird es Weltenmalerin auch in diesem Format geben. Und sind wir mal ehrlich: So ein schönes Buch will man doch unbedingt gebunden im Regal stehen haben!

Also schwingt die Computermäuse und bestellt fleißig! Näheres gibt es auf Jays Facebookseite oder auf der Seite des Verlags selbst.


Entdeckt
Auf Who is Kafka? gab es einen Beitrag zu dem Thema, wie man Dystopien erkennt und wie sich das Genre wandelt. Wirklich interessant, vor allem für Dystopie-Fans ;)

Und auf Tintenmeer gab es eine Erklärung zu Google Analytics. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das ganze immer noch nicht wirklich. Aber das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.



Beiträge der letzten Zeit
Wie soll man dieses Buch in Worte fassen? Es ist toll und wichtig!

Bald hab ich Urlaub und dann gibt es auch wieder mehr Beiträge als nur eine Rezension in der Woche. Ich verspreche es!

Rezension | Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan

22. Mai 2017 | | Kommentieren


Fischer | 2014 | 400 Seiten
Originaltitel: Every Day
erhältlich als Hardcover | Taschenbuch | eBook





Meine Meinung

Letztendlich sind wir dem Universum egal habe ich vor langer, langer Zeit durch eine Empfehlung von Lotta gekauft. Damals musste ich es unbedingt haben, weil es ihr so gut gefallen hat, aber wie das dann so oft ist, ist es erst einmal auf dem SuB gelandert. Dort hat es jetzt beinahe zwei Jahre gewartet, und erst durch den Leseclub mit meinen Arbeitskollegen habe ich es endlich gelesen.
Und es ist so toll!


Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.

Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?

Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?
(Quelle: Fischer)

Zu Beginn hat man wirklich nicht die leiseste Ahnung, wie sich das Buch entwickeln wird. Ich habe damit gerechnet, dass sich A verliebt und dem Mädchen dann sozusagen "nachstellt", denn was soll er sonst tun? Er ist jeden Tag in einem anderen Körper und das kann man jemandem schlecht erklären.
Aber genau das tut A. Er fasst die Entscheidung, Rhiannon die Wahrheit über sich zu sagen, über die er selbst nicht besonders viel weiß. Und ab da wird es spannend. Denn während dem Lesen fragt man sich immer wieder, was mit Rhiannons Freund ist, wann sie sich von ihm trennen und sich zu A bekennen wird, wie sie es überwinden wollen, dass er ständig in einem anderen Körper steckt.

Denn das kann ganz schön kompliziert werden. Levithan hat hier nicht nur ein wundervolles Jugendbuch geschrieben, sondern auch viele gesellschaftliche Probleme und Themen aufgegriffen. So steckt A mal in einem Jungen aus einer ärmlicheren Familie, in einem Drogenabhänigen, einer Suizidgefährdeten oder einem Übergewichtigen.
Dadurch werden diese Situationen einmal von der anderen Seite beleuchtet, weil wir diese Menschen von innen sehen können. Es ist erstaunlich wie anders man vieles wahrnehmen kann, wenn man mal zu einem anderen Blickwinkel gezwungen wird.

Aber auch das Thema Sexualität wird angesprochen und nimmt sogar einen recht großen Platz ein. Denn A hat kein Geschlecht. Es gibt Tage, in denen A sich mehr wie ein Junge fühlt oder mehr wie ein Mädchen. Und das hängt nicht vom Körper ab, in dem er sich gerade befindet.
So ist es auch schwer zu sagen, welche Sexualität er - ich bleibe mal beim er, weil man A als erstes als Jungen kennenlernt und das bei mir hängen geblieben ist - in Bezug auf Beziehungen hat. Denn A verliebt sich nicht nur in Mädchen oder Jungen, sondern in eine Person.


Fazit

Letztendlich sind wir dem Universum egal ist nicht nur ein Jugendbuch mit einem gewissen Fantasy-Hauch, sondern sehr viel mehr. Es zeigt auf, mit welchen Problemen Jugendliche zu kämpfen haben können, wie unterschiedlich wir alle sind und wie ähnlich wir uns doch sein können.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Besonders das Ende zeigt noch einmal auf, was As Leben wirklich für ihn bedeutet.



besonders schön



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