Rezension | Die Glasglocke von Sylvia Plath

15. Mai 2017 | |


Suhrkamp | 1997 | 262 Seiten
Originaltitel: The Bell Jar
erhältlich als Hardcover | Hardcover





Meine Meinung

Wie ihr wisst, habe ich dieses Buch mit meinem Arbeits-Leseclub gelesen (wir suchen noch nach einem Namen). Mittlerweile haben wir auch schon darüber gesprochen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mich das Buch nach wie vor etwas verwirrt zurücklässt.


»Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wusste, was ich in New York eigentlich wollte«: Die neunzehnjährige Esther gewinnt eine vierwöchige Hospitanz bei einem Modemagazin in New York, garniert mit Partyeinladungen und Werbegeschenken. Doch Esther, bisher strebsame Studentin, kann sich weder in den Arbeitsalltag so recht einfinden noch die Verlockungen der Stadt genießen. Sie fühlt sich, als lebte sie unter einer Glasglocke, die sie mehr und mehr von allem trennt …
(Quelle: Suhrkamp)

Es geht um Esther, die bis zu einem gewissen Grad an die Autorin selbst angelehnt ist. Sie kommt aus einem normalen Haus, doch die Geschichte beginnt mit einem Praktikum, bei einem tollen Modemagazin. Denn Esther ist Schriftstellerin, oder möchte das zumindest werden, und mit dieser einmaligen Chance beginnt das ganze Drama.

Schon zu Beginn kam mir Esther sehr emotionslos vor. Sie erlebt alles, ohne wirklich dabei zu fühlen. So wird es jedenfalls rübergebracht und diese Situation spitzt sich immer weiter zu. Sie erkennt keine wahren Freunde, verspürt nicht wirklich viel Empathie und scheint insgesamt in der vollkommen falschen Zeit geboren worden zu sein.

Denn in ihrer Zeit soll eine Frau zwar bis zu einem gewissen Grad erfolgreich in einem Beruf sein, aber in erster Linie soll sie einen Mann finden und eine Familie gründen. Für Esther kommt dieses Zukunftsbild aber überhaupt nicht infrage. Sie möchte Schriftstellerin werden und damit erfolgreich sein.

Als ihr eine Absage nach der anderen drohen und sie mit ihrer Schriftstellerei keine Fortschritte macht, rutscht sie in eine Depression.
Es war interessant zu lesen, wie es ihr dabei ergeht, aber auch hart. Dieses emotionslose ist überraschend emotional!

Im Lauf der Geschichte lernt man Esther besser kennen und fängt an zu begreifen, wieso sie ihr Leben so mitnimmt. Sie scheint immer wieder in eine Schublade gepresst zu werden, in die sie einfach nicht hineinpasst und auch nicht hineinpassen will.
Da helfen keine gutmütigen Freundinnen und auch keine charmanten Verehrer. Esther ist in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen und würde sogar bis zum Äußersten gehen.



Fazit

Letztendlich weiß ich nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll. Es war fad, es war spannend, es war schleppend, es war emotional. Es hatte von allem etwas und hat vor allem zum Nachdenken angeregt. Ob ich dieses Buch empfehlen kann? Schwer zu sagen. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben, denn so ein bisschen hat es mir die Augen geöffnet.



tragische Geschichte



Vorheriges Buch: Don't Kiss Ray

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