Rezension | Sternensturm von Alana Falk

13. April 2017 | |


Arena | 2017 | 384 Seiten
erhältlich als Hardcover | eBook




Sternensturm gehört zu diesen Büchern, die man genau zur richtigen Zeit trifft. Nach den ganzen Young und New Adult Romanen in letzter Zeit war mir mal wieder nach ein bisschen Fantasy. Da kam Sternensturm mit diesem bezaubernden Cover und mystisch klingendem Inhalt genau richtig.
Umso trauriger ist es, dass das Buch sich als große Enttäuschung entpuppt hat.


Es ist der größte Moment in Lilianas Leben und sie fürchtet ihn genauso sehr, wie sie ihn herbeisehnt. Endlich soll sie in die Gemeinschaft des Hohen Rates aufgenommen und mit ihrer Quelle verbunden werden. Denn jeder Magier braucht eine menschliche Energiequelle, um zaubern zu können. Doch es ist ausgerechnet Chris, der Liliana zugeordnet wird. Chris, der sich der Gemeinschaft verweigert und dessen früherer Magier auf ungeklärte Weise ums Leben kam. In seinen Augen sieht Liliana nichts als Hass. Es beleibt nicht viel Zeit, um sein Vertrauen zu gewinnen, denn in den Tiefen unter Neuseeland braut sich eine schreckliche Katastrophe zusammen und nur Liliana und Chris können sie aufhalten. 
(Quelle: Arena)


Es beginnt noch sehr vielversprechend. Man wird sofort in die Welt von Sternensturm entführt. Es spielt im heutigen Neuseeland und Mittelpunkt ist eine Gemeinschaft von Magiern. Um Magie wirken zu können, braucht jeder Magier eine ihm zugeteilte Quelle. Diese beiden Menschen sind durch ein Ritual miteinander verbunden. Nicht nur magisch, sondern oft auch freundschaftlich.
Im Prolog lernt man Adara kennen, die nicht über den Verlust ihrer Quelle hinwegkommt. Schon zu Beginn ist alles sehr mysteriös, weil man die Geschichte von Adara und die von Liliana liest. Der Zusammenhang erschließt sich erst fast zum Schluss. Die Geschichten wechseln sich ab, was ein bisschen Spannung mit sich bringt.

Schon im ersten Kapitel lernt man Liliana und mit ihr die Gemeinschaft etwas besser kennen. Schnell wird klar, dass die meisten Magier auf Quellen herabblicken. Auch Liliana legt diese Denkweise an den Tag, auch wenn man merkt, dass sie das eigentlich nicht möchte.
Diese Welt bringt auch die unterschiedlichsten Dinge mit sich, die die Geschichte spannender und interessanter machen. So gibt es zum Beispiel eine Handy-App zum Zaubern, man kann eine Quelle mit einem Gehorsamkeitszauber belegen und vieles mehr.

Dann ging es mit meiner Begeisterung aber leider bergab. Die Sympathie für die Protagonistin lässt nach, weil sie nichts tut, um zu zeigen, dass sie ihre Quelle nicht als ein niederes Lebewesen betrachtet. Sie handelt naiv und kopflos.
Durch den Gehorsamkeitszauber, den Liliana ihrer Quelle Chris auferlegt hat, um ihn unter Kontrolle zu bekommen, ist die Beziehung zwischen ihnen noch zerklüfteter, als sowieso schon. Sie hassen sich regelrecht, aber diese Gefühle verschwinden genauso schnell, wie sie gekommen sind. Denn *tadaa* wenn ein Magier mit seiner Quelle Magie wirkt, sind sie so berauscht von dieser Macht, dass sie sich erregt zueinander hingezogen fühlen.
Eine völlig neue Art, die „Ich hasse dich“-Kluft zwischen Protagonisten zu überbrücken. Sehr originell!


Um die Ironie hier wieder beiseite zu schieben. Von den viel zu schnellen Entwicklungen war ich sehr enttäuscht und auch die Annäherung der Protagonisten mit dieser lächerlichen Ausrede hat mir nicht gefallen. Vor allem, weil anschließend die Rede von großer Liebe war.

Das Ende ist an sich gut. Es ist zwar kein Happy End, aber das hätte auch nicht gepasst. So ergibt es zwar Sinn und bietet dem Buch einen gelungenen Abschluss, allerdings tröstet das nicht über den Rest der Geschichte hinweg.




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